Mit Salamandern im Hooptal unterwegs

NABU bittet Autofahrer um Rücksicht

Erdkröte und Feuersalamander gemeinsam auf einer Straße unterwegs – und durch den Autoverkehr gefährdet.
Foto: Stefanie Beyer

Nicht nur im Frühling muss man mit wandernden Amphibien auf der Straße rechnen. Im Herbst beginnen die Tiere bei geeigneten Witterungsbedingungen ihre Winterquartiere aufzusuchen. Manche Feuersalamanderweibchen  suchen sogar erst in dieser Jahreszeit einen Bach auf, um ihre Larven darin abzusetzen. Im engen Hooptal zwischen Stadtoldendorf und Negenborn kann man bei feuchter Witterung  - außer im Winter -  immer Salamandern begegnen. Sie verstecken sich tagsüber unter losen Steinen am Hang und suchen nachts nach Nahrung. Dabei nutzen sie auch die Straße. „Neulich waren am frühen Abend auf einem kurzen Straßenstück 25 Salamander unterwegs. Oberhalb des Tals, auf dem Weg „Über der Mühle“ entlang der Bahngleise sogar 50 Tiere!“, so Torsten Maiwald vom Vorstand des NABU Holzminden. „Die Stadt Stadtoldendorf sorgte dankenswerterweise umgehend dafür, diesen Weg bei entsprechenden Wetterverhältnissen nachts sperren zu können.“, so Maiwald weiter. Für die Straße durch das Hooptal ließ sich ein nächtliches Fahrverbot wie im Frühling leider nicht erreichen.


Der NABU bittet daher alle Autofahrer, im Interesse der geschützten Amphibien nachts nicht durch das Hooptal zu fahren. Ein Tempolimit genügt nicht: Auf der kurvenreichen Straße kann man den Salamandern nicht ausweichen, ohne sich selbst oder andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Außerdem können Lurche schon bei geringer Geschwindigkeit durch den Unterdruck eines fahrenden Autos tödliche innere Verletzungen erleiden, auch wenn sie nicht von den Rädern überrollt werden. Mit ähnlich starken Wanderbewegungen, wie sie nun beobachtet werden konnten, muss bei idealen Bedingungen noch bis Ende November gerechnet werden.

 

Wer den NABU Holzminden vor Ort bei dem Schutz der Tiere unterstützen möchte, kann sich mit Torsten Maiwald in Verbindung setzen (Tel.: 05532-504766).