Das NABU-Schutzgebiet 28

"Steinbruch Stadtoldendorf"

Großes EU-Artenschutzprojekt zum Erhalt von seltenen Amphibien in Stadtoldendorf

Maßnahmen beginnen in der kommenden Woche

Foto: Torsten Maiwald
Foto: Torsten Maiwald

Eine erfreuliche Nachricht ereilte den NABU Holzminden: Noch vor Weihnachten wird ein großer Kettenbagger im NABU-Steinbruch an der Deenser Straße in Stadtoldendorf angeliefert und in der Zeit von Dienstag bis voraussichtlich Donnerstag der kommenden Woche Maßnahmen im Rahmen eines großen EU-finanzierten Artenschutzprojektes durchführen.

 

Im LIFE BOVAR-Projekt (BOVAR kommt von Bombina variegata, dem lateinischen Namen der Gelbbauchunke) geht es vor allem um den Schutz der Zielarten Gelbbauchunke und Geburtshelferkröte. Beide Arten sind in ihrem Bestand stark gefährdet.

„In unserem Steinbruch gab es früher eine Population der Geburtshelferkröte. Durch die geplanten Maßnahmen wird das Laichgewässer saniert und es werden neue temporäre Gewässer entstehen“, freut sich Torsten Maiwald, NABU-Vorstandsmitglied und Gebietsbetreuer. Unter temporären Gewässern versteht man kleinere Wasserflächen, die während des Jahres öfter austrocknen und wieder nassfallen.  Diese benötigt die Gelbbauchunke für erfolgreiche Reproduktion

Foto: Torsten Maiwald
Foto: Torsten Maiwald

Unter anderem werden dabei auch die zugewachsenen Sandsteinwände freigestellt. Somit verbessert sich der Lebensraum auch für weitere Amphibien und Reptilien. Sowohl Feuersalamander als auch die seltene Schlingnatter nutzen den Steinbruch als Lebensraum. Und ganz nebenbei bekommt der Uhu wieder Brutmöglichkeiten an den Hängen zurück. 

 

Das Projektgebiet umfasst ganz Südniedersachsen und der NABU-Steinbruch ist nur ein Gebiet von vielen. Es geht dabei unter anderem auch um die Schaffung einer Vernetzung geeigneter Biotope, um den seltenen Amphibien zukünftig die Chance zu geben, in Südniedersachsen wieder eine zukunftsfähige Population aufzubauen.

 

„Im kommenden Jahr werden wir die Bevölkerung zu Führungen einladen und die Maßnahmen vor Ort erläutern sowie einiges zu den vorhandenen Pflanzen- und Tierarten unseres Schutzgebietes erzählen“, verspricht Torsten Maiwald. Ohne Führung ist das Betreten des Privatgeländes allerdings verboten. Zu gefährlich ist der Außengürtel des Areals, in dem sich die Natur bewusst ohne Eingriff entwickeln darf. Umgefallene Bäume und Verbuschung versperren hier nicht nur den Weg, sondern an vielen Stellen auch den Blick auf die sehr hohen, steil abfallenden Klippen. Außerdem soll sich die Natur in dem schützenswerten Rückzugsgebiet möglichst ungestört entwickeln können.