Aus dem Täglichen Anzeiger Holzminden (TAH) vom 28.08.2017

Stelldichein mit den lautlosen Jägern der Nacht

Spannende Exkursionen des NABU Holzminden zur 21. internationalen Batnight

Foto: Jürgen Bommer
Foto: Jürgen Bommer

Bereits zum 21. Mal fand an diesem Wochenende die internationale Batnight statt. Mittlerweile beteiligen sich weltweit über 35 Länder an dieser traditionell am letzten Augustwochenende stattfindenden Aktion. Ziel ist es dabei, die akrobatischen Flugkünstler näher kennen zu lernen und auf den Schutz ihrer Lebensräume aufmerksam zu machen. Auch der NABU Holzminden beteiligt sich seit vielen Jahren mit drei Veranstaltungen im Kreisgebiet an der Batnight.

Traditionell eröffnete in diesem Jahr ein Abendspaziergang durch Grave das lange Fledermauswochenende. Die dortige Kirche beherbergt eine der größten Wochenstuben des Großen Mausohres. Das Große Mausohr ist die größte Art unter den 25 einheimischen Fledermausarten. Der Ausflug der weit über 1000 Exemplare aus der Graver Kirche zur nächtlichen Jagd ist in jedem Jahr ein spektakuläres Naturerlebnis.

Das Fledermaus-Kinderfest am Sonnabendabend im Kauffmannsgarten in Holzminden ist immer besonders, der Name lässt es schon erahnen, bei Kindern und Jugendlichen beliebt. Spielerisch erfahren die jungen Naturliebhaber viel über das Leben der lautlosen Jäger der Nacht, bevor es dann mit Taschenlampen und sogenannten Bat-Detektoren ausgestattet an die Holzmindener Teiche geht. Dort lassen sich unterschiedliche Fledermausarten beobachten, vor allem aber auch akustisch bei der Jagd nach Insekten belauschen. Viele Teilnehmer dieser Exkursion sind immer wieder darüber erstaunt, was sich im Dunkeln der Nacht mitten in der Stadt ereignet.

Fledermausexpertin Ulrike Meyer-Patzelt (im grünen Shirt) hatte viel Wissenswertes zu den Fledermäusen parat. (Foto: Jürgen Bommer)
Fledermausexpertin Ulrike Meyer-Patzelt (im grünen Shirt) hatte viel Wissenswertes zu den Fledermäusen parat. (Foto: Jürgen Bommer)

Abschluss und sicherlich auch immer wieder ein Höhepunkt der Veranstaltungen im Rahmen der internationalen Batnight ist am Sonntagvormittag die Wanderung zu den Winterquartieren der Fledermäuse im Ith. Die Höhlen dort, insbesondere die Rothesteinhöhle, dienen den Fledermäusen als Rückzugsort in der Insektenlosen Zeit des Jahres. In der feuchten, das ganze Jahr über mit gleichbleibender Temperatur ausgestatteten Höhle finden die Fledermäuse perfekte Bedingungen zur Überwinterung vor. Die Begehung der langen und tiefen Klufthöhle ist immer wieder ein Abenteuer. Und dass sich den Exkursionsteilnehmern dabei in diesem Jahr insgesamt fünf Fledermäuse in den engen Gängen der Höhle präsentierten, setzte dieser spannenden Begehung die Krone auf. Dabei zeigten die kleinen Flugkünstler wieder einmal ihre ganze Akrobatik und ihren tollen Ortungssinn. Kein Tier verfing sich in den Haaren oder kollidierte mit den überraschenden Besuchern ihrer Behausung. Und das obwohl oft kaum 30 Zentimeter Abstand zwischen Mensch und Fledermaus herrschte. Parallel erfuhren die Exkursionsteilnehmer anhand von großformatigen Laminaten und anderen Anschauungsmaterialien viel Wissenswertes über die fliegenden Säugetiere.

Foto: Thomas Patzelt
Foto: Thomas Patzelt

Parallel erfuhren die Exkursionsteilnehmer anhand von großformatigen Laminaten und anderen Anschauungsmaterialien viel Wissenswertes über die fliegenden Säugetiere. Der Rückweg ging dann wie in jedem Jahr über einen urigen Trampelpfad an den Kletterfelsen entlang zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung. Dabei lernten die Exkursionsteilnehmer auch die weniger bekannten Höhlen im Ith kennen. Zur Belohnung, dass alle diese spannende aber auch anstrengende Exkursion durchgehalten hatten, gab es zum Abschluss selbstgebackene Fledermauskekse und Weingummis. Begeistert, hochzufrieden und mit vielen neuen Eindrücken verabschiedeten sich die Teilnehmer, die sogar aus Nordhessen angereist waren, von den NABU-Aktiven. Alles in allem war es wieder einmal eine rundum gelungene Batnight. Auch im Kreis Holzminden.

Bericht: Jürgen Bommer