Es stand im "Täglichen Anzeiger Holzminden" (TAH) am 30.03.2015:

"Der Luchs muss wandern können..."

Vielbeachteter Vortrag beim NABU Holzminden / Harzer Luchsprojekt

ist auf gutem Weg

Foto: Jürgen Bommer
Luchsexperte Ole Anders (rechts) beantwortete am Ende seines Vortrages zahlreiche Zuhörerfragen

Holzminden/Stahle (jbo). Bereits zum zweiten Mal konnte der NABU Holzminden den Luchsexperten Ole Anders zu einem Vortrag im Kreis Holzminden begrüßen. 80 interessierte Mitglieder und Gäste des NABU nutzten die Gelegenheit, sich im Hotel Kiekenstein in Stahle vom Koordinator des Harzer Luchsprojektes auf den neusten Stand in Bezug auf das im Jahr 2000 begonnene Auswilderungsprojektes der europäischen Großkatze bringen zu lassen.

 

Ole Anders begann seinen Vortrag mit umfassenden Informationen zum Europäischen, richtiger Weise Eurasischen Luchs. Anders beleuchtete unter anderem das Territorialverhalten des Luchses und bekannte, dass es kontroverse Diskussionen zu dem großen Beutegreifer gibt. „Die Tierart ist mit Interessenskonflikten belastet, denn die Katze jagt!“ so der Experte. Die Gesellschaft müsse sich darüber klar werden: „Wollen wir den Luchs oder wollen wir ihn nicht?“ Die politische Meinung sei momentan „pro große Beutegreifer“. Dennoch müsse man davon ausgehen, dass man viele Dinge in 20 Jahren anders bewerten wird als heute, so Anders.

 

In dem Zusammenhang ist für den Landkreis besonders der Luchs mit der Bezeichnung „M8“ interessant. Er hält sich seit längerem im Kreis auf und wandert, so die Daten des Monitorings, regelmäßig zwischen Ith/Hils und der Region um Springe hin und her.

Foto: Jürgen Bommer

Anders ging auch auf mögliche Probleme mit der „Katze“ ein. So könne ein Aufeinandertreffen von Luchs und Hund durchaus problematisch verlaufen. Angriffe auf Nutztiere seinen jedoch sehr gering, und die Regulation solcher Verluste würden unbürokratisch erfolgen. Die Auswirkungen auf die Jagd seien noch nicht abschließend zu beurteilen. Der augenorientierte Jäger reiße relativ verlässlichen Daten nach alle 5,4 Tage ein Stück Schalenwild. Diese Zahl werde jedoch dadurch relativiert, dass der Luchs ein enormes Jagdgebiet hat. 68 Stück Schalenwild pro Jahr verteilen sich so auf zirka 100 Quadratkilometer oder aber 0,68 Stück Wild pro Hektar.


Am Ende des Vortrages entwickelte sich eine angeregte Diskussion zwischen dem Luchsexperten und den Gästen des NABU, die viele interessante Fragen klären konnte. Mit großem Applaus dankte das interessierte Publikum dem extra aus dem Harz angereisten Luchsexperten für seinen informativen Vortrag.


Text und Fotos: Jürgen Bommer