Es stand am 29.08.2015 im "Täglichen Anzeiger Holzminden" (TAH):

Auge in Auge mit den lautlosen Jägern der Nacht

25. Europäische Fledermausnacht / Faszinierende Erlebnisse mit dem NABU Holzminden

Foto: Jürgen Bommer
Foto: Jürgen Bommer

Kreis Holzminden (jbo). Bereits zum 25. Mal hatten  am vergangenen Wochenende  Artenschützer und Naturfreunde zur Europäischen Fledermausnacht eingeladen. Seit 25 Jahren dreht sich bei ihnen immer am letzten Wochenende im August alles um die lautlosen Jäger der Nacht. Auch der NABU Holzminden beteiligte sich dabei wieder mit drei Aktionen im Landkreis. Zahlreiche Naturfreunde nahmen an den Exkursionen teil und kamen dabei den Fledermäusen überraschend nah. Begonnen hatte das lange Fledermauswochenende in Grave. Am Freitagabend konnten die Fledermausfans dort den Ausflug der Wochenstube des großen Mausohres aus der Kirche beobachten. Mitglieder der AG Fledermausschutz im NABU Holzminden, vertreten durch Imke Meyer, Ulrike Weißenborn und Ulrike Meyer-Patzelt, hatten dazu eine Menge Informationen parat.

Fotos: Thomas Patzelt

 

Am Sonnabend kamen dann 20 Kinder und ihre Eltern zum Fledermaus- Kinderfest in den Kauffmannsgarten nach Holzminden. Dort lernten sie spielerisch die Lebensweise der geflügelten Säugetiere kennen und konnten anschließend mit sogenannten Bat- Detektoren den Fledermäusen über den Holzmindener Teichen nachspüren.

Foto: Thomas Patzelt
Foto: Thomas Patzelt

Eine ganz besondere Begegnung der faszinierenden Art hatten die 30 Exkursionsteilnehmer der Wanderung zu den Winterquartieren der Fledermäuse im Ith am Sonntagvormittag. Bei tropischer Hitze stiegen die Naturfreunde durch den abwechslungsreichen Laubmischwald hinauf zur Rothesteinhöhle. Dort angekommen bildeten sich zwei Gruppen. Während eine Gruppe unter der Führung von Jürgen Bommer in die Höhle stieg, bekam die andere Gruppe umfangreiche Informationen zur Biologie und Lebensweise der Fledermäuse von Ulrike Meyer-Patzelt und ihrem Ehemann Thomas vermittelt. In der Höhle kam es dann zu Begegnungen der besonderen Art.

Wasserfledermaus (Foto: Jürgen Bommer)
Wasserfledermaus (Foto: Jürgen Bommer)

Eigentlich sind die Fledermäuse zu dieser Zeit noch nicht in ihrem Winterquartier, doch an diesem Tag zeigte sich der ersten Gruppe bereits eine Fledermaus im Bereich des „Rittersaales“. Die zweite Gruppe der Höhlenforscher hatte noch größeres Glück. Eine Wasserfledermaus überflog ohne Scheu die ganze Gruppe der Exkursionsteilnehmer mehrfach und war dabei im Schein der Taschenlampen wunderbar zu erkennen. Besonders den Kindern war die Begeisterung über dieses Naturerlebnis anzumerken. Sie werden damit bei ihren Klassenkameraden mächtig punkten können. Die Begegnung mit einer leibhaftigen Fledermaus, noch dazu in einer tiefen und dunklen Tropfsteinhöhle, dass ist deutlich spannender als ein Pokemon-Geist auf dem Smartphone. Auch das Team des NABU war von der Anwesenheit der Fledermäuse überrascht. „So ein tolles Erlebnis haben wir höchstens alle zehn Jahre“ so Jürgen Bommer. Und da Fledermäuse nicht zu planbaren Wiederholungen neigen, macht ein „Run“ von Fledermausfans auf die tolle Höhle im Ith wenig Sinn.

Foto: Jürgen Bommer
Foto: Jürgen Bommer

Es gibt keine Garantie für Fledermäuse im Sommer in der Rothesteinhöhle.  Der Rückweg führte die NABU-Gruppe dann über einen abenteuerlichen Trampelpfad entlang der Kletterfelsen nach Holzen zurück. Dabei konnten  noch die Soldaten- Töpfer- Nasenstein- und Kinderhöhle besichtigt werden. In besonderer Erinnerung aber wird allen Teilnehmern der Exkursion die Begegnung Auge in Auge mit den Fledermäusen bleiben.

 

Bericht: Jürgen Bommer